Am nächsten Tag wurden wir vom Glockenläuten geweckt - aber nicht etwa Kirchenglocken, sondern Eselsglocken. Irgendwer hat am Abend zuvor wohl das Tor offengelassen, und da dachte der Esel - von uns Tibia genannt, wohl wegen der harten Schnauze - er schaut mal vorbei. Die dicke Dame blieb dann auch ein paar Tage bei uns.

In der Morgenrunde wurde uns dann eröffnet, dass das Lager “Timeless in Cioclovina” stand (zumindest ich wusste davon bisher noch nichts), und damit es auch wirklich zeitlos blieb, haben wir alles zeitanzeigendes abgegeben. Handyempfang hatte man eh keinen, und ich hatte auch weder iPhone noch Kamera mit, von daher habe ich nur meine Armbanduhr abgegeben. Die Aufgabe daraufhin war übrigens, eine Art Uhr zu bauen, damit wir wussten, wann es Zeit zum Essen war. Am Ende hatten wir zwei nicht funktionierende Sonnenuhren, und eine nicht benutzte Wasseruhr.

Das “zeitlose” war übrigens echt gut, finde ich. Wir hatten keine verbindlichen Zeiten oder Stress, insbesondere bezüglich aufstehen, schlafen gehen, los gehen, etc. Wir haben einfach alles gemacht, wann wir wollten.

Am nächsten Tag sind wir, soweit meine Erinnerung mich nicht trügt, auf einen Berg gestiegen, der wohl Züpfla oder so ausgesprochen wird. Oben Fotos gemacht, und wieder runtergegangen. Da mir ja Anfang Juli die Kniescheibe rausgesprungen ist, trage ich im Moment (und habe auch die ganze Zeit in Rumänien) eine Orthese zur Patellarezentrierung nach Patellaluxation oder -subluxation ;), und bewege mich auch entsprechend vorsichtig. Nur so, als nota bene.

Keine Ahnung, ob das mit der Tagesreihenfolge in Rumänien alles chronologisch richtig ist, aber einen Tag sind wir dann nach Hunedoara, aka Eisenmarkt gefahren - die spektakuläre Runterfahrt vom Berg wurde von nicht nur einer Kamera gefilmt, aber das ist letztendlich noch alles gut gegangen. (Habe ich erwähnt, dass wir auf dem Hinweg den fünften Gang verloren haben? Nein? Haben wir..) In Hunedoara steht eine Burg, die haben wir uns angeguckt - mit spezial-Pfadfinderrabat. Vorher haben wir übrigens 500 Lei Taschengeld bekommen - schlecht aufzuteilen unter 6 Leuten. Wir haben dann aber für 20RON Schokolade gekauft (nur mal so als Vergleich: Für 1RON (gut 20ct.) bekommt man ein rumänisches Magnum-equivalentes Eis am Stiel. Wir haben aber deutsche “Alpenmilch”-Schokolade von Milka und Leibniz “Kakaokekse” gekauft, die sind dann etwas teurer, aber ich meine noch deutlich günstiger als in Deutschland), und dann hat jeder 80 Lei vom Rest des Geldes bekommen. Nachdem wir uns die Burg angeschaut haben, hat es angefangen zu Regnen, und wir haben eine Pizzeria aufgesucht, ein paar große Magerithas und ein leeres Glas pro Person. Die leeren Gläser waren für das mitgebrachte Wasser aus dem Supermarkt neben dem Restaurant :D Anschließend zwei Stunden Freizeit in dem kackhäßlichen wunderschönem Hunedoara. Es gibt einen netten, brandneuen Park mit Kirche (mit EU-Mitteln finanziert), eine Haupteinkaufsstraße (hust), und eine Menge streunende Hunde. In der Haupteinkaufsstraße wurde neben uns ein Welpe zu Tode gefahren, die Mutter hat den traurig beschnüffelt, uns ist von dannen gezogen :S Anschließend noch eine knappe Stunde im Kaufland Schoki & Coke shoppen, und ab “nach Hause”. Auf dem Rückweg haben wir eine Reisempfehlung des deutschen Außenministeriums missachtet: Wir sind in Rumänien nach Einbruch der Dunkelheit Auto gefahren!! Irgendwann (wir hatten eh keine Uhren) sind wir dann aber doch heile angekommen - und die Berghochfahrt wurde wieder gefilmt.

Vielleicht am nächsten Tag, vielleicht am übernächsten, oder schon vorher, stand dann die Höhlenexpedition auf dem Programm. Aber nicht nur! Es gab noch mehr - was genau, kommt morgen früh!